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Newsmeldung

02.08.2021

Azubi-Recruiting: Die richtigen Kanäle bespielen

Die duale Berufsausbildung steht im Angesicht der Corona-Krise vor großen Herausforderungen. Einarbeitung im Homeoffice, digitale Bewerbungsprozesse, und Angebote, die nicht zur Nachfrage passen verunsichern viele junge Menschen. Zum elften Mal hat der Solinger Ausbildungsspezialist u-form Testsysteme rund 7.000 Schüler und Auszubildende sowie Ausbildungsverantwortliche in Betrieben zum Stand der dualen Ausbildung befragt.

Den „Azubi-Recruiting Trends 2021“ zufolge hat die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge gegenüber 2020 um mehr als zehn Prozent abgenommen. Doch der Trend zum „Kandidatenmarkt“ bleibt ungebrochen: 71 Prozent der Befragten erhielten mehrere Ausbildungsplatzangebote; zwei Drittel fanden eine Ausbildung in ihrem Wunschberuf. Gleichzeitig gab mehr als die Hälfte der Unternehmen an, dass es in der Krise schwieriger war, alle Ausbildungsplätze zu besetzen.

Berufswahl: Familie und Freunde wichtiger als Social Media

Wenn es um Informationen zu Ausbildung und Beruf geht, vertrauen mit 57 Prozent die meisten jungen Menschen auf ihre Familie und Freunde. Knapp dahinter liegen mit 56 Prozent die Karriereseiten der Unternehmen selbst. Genutzt werden auch die Jobbörse der Arbeitsagentur (36 Prozent), andere Jobbörsen (34 Prozent) und Berufsbildungsmessen (28 Prozent). Auf den hinteren Plätzen rangieren Schülerpraktika (21 Prozent) und Social-Media-Angebote (16 Prozent).

Vor die Wahl zwischen Karriereseiten und Instagram-Auftritte von Unternehmen gestellt, entscheiden sich 93 Prozent der Interessenten für die Karriereseiten, sieben Prozent für Instagram. Wer Videos zu Ausbildungsberufen von Betrieben sucht, bevorzugt mit 94 Prozent YouTube (94 Prozent) gegenüber Tik Tok (6 Prozent). Interessant: Zwei Drittel der Bewerber_innen wären über Google-Anzeigen erreichbar, doch nur elf Prozent der Unternehmen schalten Google Ads.

Bewerbungsprozess: Persönliches Interview beliebter als Video-Gespräch

Nur rund zwei Prozent der angehenden Azubis möchte sich Unternehmen mit einem Bewerbungsvideo vorstellen. Unbeliebt ist auch das Online-Bewerbungsgespräch: 87,1 Prozent der Befragten möchten lieber persönlich vor Ort interviewt werden. Grund: das „Zwischenmenschliche“ gehe dadurch verloren. Nur 33 Prozent fänden auch nach Corona Video-Bewerbungsgespräche gut. Doch mehr als die Hälfte der Betriebe wollen ihre Jobinterviews weiterhin per Video durchzuführen.

Homeoffice: gespaltene Meinung

Sechs von zehn Auszubildenden haben im letzten Jahr im Homeoffice gearbeitet. Gut 40 Prozent verbrachten sogar mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit zu Hause. Drei von vier Azubis wurden von ihrem Ausbildungsbetrieb mit Arbeitsgeräten wie Laptops oder Smartphones ausgestattet. 31 Prozent der Auszubildenden empfanden das Homeoffice als positiv, 28 Prozent negativ. Die meisten Betriebe wollen nach Corona kein Homeoffice mehr für Azubis anbieten, nur 29 Prozent wollen auch danach Ausbildungszeiten zuhause erlauben.

Ausbildungswirklichkeit weicht von Selbstdarstellung ab

Nach Beginn der Ausbildung stellen viele junge Menschen fest, dass das, was Unternehmen in der Bewerbungsphase versprochen haben, nicht immer in der Praxis eintrifft. Nur ein Drittel der Azubis sagt, die Arbeitsaufgaben entsprächen vollends dem, was angekündigt wurde. Knapp 43 Prozent geben an, dies stimme eher. Rund ein Drittel der Befragten stellt hingegen fest, dass die Ausbildungsinhalte nur teilweise, eher nicht oder gar nicht dem entsprechen, was sie aufgrund der vorigen Informationen erwartet hatten.

Fazit: Betriebe sollten sich besser auf Kandidatenwünsche einstellen

Insgesamt legen die Befragungsergebnisse nahe, dass sich Ausbildungsbetriebe in manchen Bereichen besser auf die Erwartungen und Interessen der Bewerber_innen einstellen sollten. „Die Corona-Pandemie ist nicht die Ursache, sondern ein zusätzlicher Verstärker für einen kontinuierlich fortschreitenden Misfit hinsichtlich des Ausbildungsplatzangebotes, der Ausbildungsplatznachfrage und der Passgenauigkeit. Trotz aller Widrigkeiten geht es deshalb auch künftig beim Azubi-Recruiting darum, nicht nachzulassen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen“, bilanziert Prof. Dr. Christoph Beck von der Hochschule Koblenz, der die Studie wissenschaftlich begleitet hat.

Und Adam Wojcikowski von u-form Testsysteme appelliert an die Unternehmen: „Suchen Sie den Dialog zu Ihren Auszubildenden. Ganz egal ob über den Video-Chat, das angestaubte Telefon oder persönlich. Fragen Sie gezielt nach möglichen Problemen und tragen auch Sie mit dazu bei, die Welt der Ausbildung besser zu machen.“

RP

Die Studie zum Download: www.testsysteme.de/studie


Bildnachweis: © u-form Testsysteme GmbH & Co. KG

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