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Zeitung und Tablet | ARRIVO BERLIN Presse

ARRIVO BERLIN

Newsmeldung

11.06.2021

Ein extremes Gefühl der Erleichterung

im Gespräch mit ARRIVO BERLIN Hospitality

Kellner mit Getränketabletts
Bild: © Stephanie Steinkopf | Ostkreuz

ARRIVO BERLIN Hospitality unterstützt seit 2015 junge Geflüchtete bei der Suche nach einer Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe. Über die vergangenen Einschränkungen durch die Corona-Krise, die aktuellen Entwicklungen in der Branche und die Zukunftsperspektiven für Auszubildende haben wir mit Projektleiter Alexander Fourestié gesprochen.

Die Corona-Krise hat besonders das Gastgewerbe hart getroffen. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sind den Wirtsleuten und Hoteliers während der Pandemie mehr als 325.000 Mitarbeiter_innen abhandengekommen. In den vergangenen Monaten häuften sich dann auch die medialen Warnzeichen über die konkreten Folgen. Exemplarisch ist die Schlagzeile der Berliner Zeitung vom 8. Juni 2021: „In Berliner Restaurants werden die Köche knapp“.

Nun werden die Beschränkungen mehr und mehr gelockert. Außenbewirtung ist wieder ohne Testung möglich, die Innenbereiche von Restaurants dürfen vielerorts wieder geöffnet werden, Hotels und Ferienwohnungen können wieder Gäste willkommen heißen. Die erste Frage an Alexander Fourestié liegt dementsprechend auf der Hand:

Herr Fourestié, spüren Sie in der Branche eine Aufbruchstimmung?

Von einer Aufbruchsstimmung zu sprechen ist vermutlich zu früh. Aber wir bemerken ein extremes Gefühl der Erleichterung, dass die Schließzeit vorbei ist, und dies hoffentlich auf Dauer.

Denken Sie, dass das Hotel- und Gaststättengewerbe bald wieder so viele Menschen ausbilden wird, wie vor der Krise?

Wir hoffen es! Und die Bereitschaft dazu scheint auch durchaus mittelfristig vorhanden. Wir rechnen aber mit einem verhaltenen Ausbildungsstart in diesem Sommer. Für „business as usual“ ist die Verunsicherung in der Branche einfach noch zu groß.

Welche unumkehrbaren Veränderungen hat Corona mit sich gebracht?

Diese Frage wird branchenintern intensiv diskutiert. Leider fehlt uns allen die Glaskugel, um hier verlässliche Antworten zu finden. Die gesamte Branche ist untrennbar mit den Entwicklungen im Tourismus, den Geschäftsreisen und dem Kongresswesen verbunden. Jede Veränderung in diesen Bereichen hat unmittelbare Auswirkungen auf die Hotellerie und die Gastronomie. Mittelfristig wird auch das Thema „Nachhaltigkeit“ in diesem Zusammenhang noch deutlich mehr Aufmerksamkeit erhalten. Ein Umbau des Tourismus unter diesen Vorzeichen ist eine spannende Angelegenheit. Homeoffice wird weiter Bestand haben und damit auch ein verändertes Essverhalten. Wir rechnen damit, dass Büroversorgung und der To-Go-Bereich auch zukünftig wachsen.

Haben junge Geflüchtete nach der Krise weniger Chancen auf dem Ausbildungsmarkt?

Die Pandemie hat sich in besonderem Maße auf die Arbeitsmarktchancen von Neuzugewanderten ausgewirkt. Dies betrifft zu einen den deutlich überproportionalen Verlust von Arbeitsplätzen und zum anderen die Unterbrechung - oder zumindest massive Verlangsamung - des Sprach- und Bildungserwerbs im vergangenen Jahr. Insbesondere Letzteres wird uns noch lange beschäftigen. Es steht zu befürchten, dass geflüchtete Frauen besonders stark betroffen sind. Sie verfügen über schwächere soziale Netzwerke in der Mehrheitsgesellschaft, was sie im Hinblick auf die Integration in den Arbeitsmarkt besonders  anfällig macht.

Wie können Sie jungen geflüchteten Menschen jetzt eine Ausbildung im Hotel- und Gastgewerbe schmackhaft machen?

Es gibt nach wie vor gute Gründe, die für eine berufliche Perspektive im Gastgewerbe sprechen.

Fast jeder Dritte in der BRD sozialversicherungspflichtig im Gastgewerbe Beschäftigte hat einen Migrationshintergrund, was auf eine gewisse Aufgeschlossenheit der Branche für die Belange und Besonderheiten der Zielgruppe schließen lässt.

Vorhandene Schul- und Arbeitszeugnisse sind für die Unternehmen bei der Suche nach potenziellen Auszubildenden nicht sonderlich interessant. Da Dokumente auf dem langen Weg der Flucht häufig verloren gegangen sind oder nur als elektronische Kopie vorliegen, erweist sich diese niedrige formale Zugangsschwelle in der Praxis als  Segen. Betriebe machen sich in Betriebspraktika selber ein Bild von potenziellen Kandidat_innen. Das Gastgewerbe ist sehr ehrlich und transparent. Bin ich für eine Arbeit geeignet und motiviert, dann spielt die Herkunft kaum eine Rolle.

Vor der Pandemie hatten die Unternehmen der Branche einen hohen Fachkräftebedarf, der sich immer weniger durch Rückgriff auf traditionelle lokale Ressourcen decken ließ. Dies hat die Chancen für Geflüchtete natürlich zusätzlich erhöht. Es wird sich zeigen, ob diese Entwicklung anhält.


Weitere Informationen zu ARRIVO BERLIN Hospitality:

https://www.bildungsmarkt.de/bildungsangebote/arrivo-berlin-hospitality/

 

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